Lynchmorde wegen Gerüchten aus dem Messenger

WhatsApp kämpft in Indien gegen Falschinformation

Indien hat massive Probleme mit der Verbreitung von falschen Informationen via Whatsapp. Nun hat sich die Regierung an den Messenger-Dienst gewendet.

Neue Funktionen und eine Aufklärungskampagne sollen die Gerüchte-Problematik in Indien entschärfen. ((Foto: Martin Gerten/Illustration))

Neue Funktionen und eine Aufklärungskampagne sollen die Gerüchte-Problematik in Indien entschärfen. ((Foto: Martin Gerten/Illustration))

Whatsapp müsse sofortige Maßnahmen ergreifen – das habe die Regierung ganz klar deutlich gemacht, wie das IT-Ministerium vin Indien mitgeteilt hat. Warnungen vor angeblichen Kindesentführern hatten sich zuletzt in ganz Indien verbreitet – vor allem über Whatsapp-Gruppen. Mehr als 20 Menschen wurden Medienberichten zufolge seit Mai vergangenen Jahres von Mobs getötet, die ihre Opfer für Kindesentführer hielten.

Whatsapp antwortete der Regierung mit einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin heißt es unter anderem, bald werde in Indien eine neue Funktion eingeführt, die erkennbar mache, ob eine Nachricht vom Absender erstellt oder weitergeleitet wurde. Auch eine Aufklärungskampagne zum Thema Falschinformationen sei geplant.

Indien ist der größte Markt für Whatsapp

Whatsapp sei entsetzt über die Gewalt in Indien. „Wir glauben, dass dies eine Herausforderung ist, die erfordert, dass Regierung, Zivilgesellschaft und Technologiekonzerne zusammenarbeiten.”

Indien ist der größte Markt des Messenger-Dienstes, der Facebook gehört. Viele der rund 200 Millionen Nutzer sind unerfahren im Umgang mit dem Internet und den dort verbreiteten Informationen. Bemühungen, die Verbreitung von „Fake News” zu unterbinden, werden bei Whatsapp durch die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erschwert, bei der Inhalte nur für Absender und Empfänger – aber nicht für den Dienst selbst – im Klartext verfügbar sind.

dpa/pf

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