Eine Santa-Selfie-AR-App, mit der man Selfies mit sich und einem virtuellen Weihnachtsmann machen kann, würden 22,4 Prozent nutzen.
Eine neue Studie der Universität der Bundeswehr München zeigt nun erstmals, dass Marken auch im Weihnachtsgeschäft von AR profitieren können, dies aber erstaunlich wenig umsetzen. „Augmented Reality ist immer dann besonders gut geeignet, wenn es um persönlich-emotionale Inhalte geht. Weihnachten ist so ein Thema“, sagt Prof. Dr. Philipp Rauschnabel von der Professur für Digitales Marketing und Medieninnovation an der Universität der Bundeswehr München. Umso verwunderlicher ist es, dass das Potenzial noch nahezu ungenutzt ist. Nur wenige Unternehmen bauen AR in ihre Weihnachtskommunikation ein.
Die Handelskette Target beispielsweise bietet einen AR-Planer für künstliche Weihnachtsbäume an. Allerdings sind künstliche Bäume in den USA viel beliebter als in Deutschland (der Studie zufolge haben lediglich 18,3 Prozent der Deutschen einen künstlichen Baum). Aber auch für Menschen mit echtem Weihnachtsbaum kann eine solche App stressreduzierend wirken. So können Sorte, Höhe und Breite des Baumes schon vorab zuhause am „Point-of-Bescherung“ ausprobiert werden und somit unnötiges Sägen und Möbelverrücken vermieden werden. Obwohl Weihnachten 2019 wieder sehr traditionell gefeiert wird, kann auch hier AR traditionelle Elemente komplementieren. Traditionelle Weihnachtskarten, die über AR weitere Inhalte bereitstellen, virtuelle Krippenfiguren im eigenen Wohnzimmer oder Selfies mit dem Santa sind nur einige Ideen, die bisher kaum von Unternehmen genutzt werden.
In der aktuellen Studie haben die Wissenschaftler der Universität mehrere Use Cases von weihnachtlichen AR-Anwendungen von über 1.000 Konsumenten in der diesjährigen Weihnachtsstudie bewerten lassen. Das Ergebnis: Rund die Hälfte (54,3 Prozent) der Befragten könnte sich vorstellen, mindestens eine dieser Apps zu nutzen – bei jüngeren Menschen sind es sogar drei von vier Befragten. Dieser Wert dürfte in den nächsten Jahren noch deutlich nach oben gehen. „Wir gehen davon aus, dass mit dem Launch der Apple-Datenbrille AR ein Massenmedium wird und sich Menschen dann noch viel mehr unter diesen Möglichkeiten vorstellen können“ – so Katrin Brunner, die an der Studie mitarbeitete. In der Tat zeigen die Studien des Münchner Forscherteams, dass Marken signifikant von inspirierenden AR-Erlebnissen profitieren können. Markenverantwortliche sollten sich daher frühzeitig mit Augmented Reality in ihren Zielgruppen auseinandersetzen.
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