04.01.2018

Wie Beacons die Kundenkommunikation verbessern

Von: Ina Schlücker

Erst mit einer durchdachten Kommunikation und Aktivierung lassen sich Beacons auf Basis von Bluetooth effektiv für die Indoor-Navigation im lokalen Handel nutzen, betont Harald Winkelhofer, Geschäftsführer der IQ Mobile GmbH in Wien.

Harald Winkelhofer, IQ Mobile GmbH

Harald Winkelhofer, Geschäftsführer der IQ Mobile GmbH in Wien

Herr Winkelhofer, welche Branchen setzen in Deutschland bereits erfolgreiche Beacon-Installationen zur Indoor-Navigation ein?
Harald Winkelhofer:
Das sind einige. Uns bekannt sind Anwendungsbeispiele von beispielsweise Philips, Rewe, McDonalds, Promod, etc.

Inwieweit eignen sich Beacons zur Anwendung in Innenräumen? Was macht sie prädestiniert dafür? Was klappt noch nicht so gut?
Winkelhofer:
Beacons eignen sich derzeit noch besser als viele andere Technologien. Allerdings sind sie bestimmt nicht „perfekt“ und funktionieren mit allen Smartphones oder in allen Nutzungssituationen. Zum derzeitigen Stand der Gegebenheiten würde ich sagen, dass Beacons am „prädestiniertesten“ sind angesichts der Hürde, dass Nutzer Bluetooth und sonstige Voraussetzungen am Smartphone aktiviert haben müssen. Jeder, der sich an ein Beacon-Projekt heranwagt, muss wissen: Es braucht technisch viele Facetten, dass alles „funkt“ und es braucht eine sehr gute und durchdachte Kommunikation und Aktivierung, damit die Nutzer in der Filiale auch Bluetooth „anschalten“.

Wie kann die Genauigkeit von Beacons im Rahmen der Indoor-Navigation gesteigert werden?
Winkelhofer:
Zum einen über die Bluetooth-Technologie und die verbauten SDKs in Apps und zum anderen über mögliche Ergänzungen wie Licht oder Ton sowie weiterer „Funksignale“.

Welche weiteren Alternativen gibt es für die Indoor-Navigation?
Winkelhofer:
Theoretisch die Ton- oder die Lichtvariante. Doch beides befindet sich derzeit noch im „Forschungsstadium“, wobei die Lichtvariante noch etwas komplexer in der Verbreitung sein wird als die Ton-Erkennung.

Wie sicher ist die Indoor-Navigation auf Basis von Beacons? An welchen Stellen könnte es Einfallstore für Cyber-Kriminelle geben?
Winkelhofer:
Beacons sind genauso sicher wie alle anderen Apps, die Internet-Verbindungen zum Arbeiten benötigen. Hier sei gesagt, dass App-Security-Checks einfach das A und O sind, um Apps – ob mit oder ohne Beacon-Funktion – langfristig zu schützen.

Inwieweit geht der Einsatz von Beacon-Technologie mit der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einher?
Winkelhofer:
Da spielt die Hardware wie Beacons eher weniger eine Rolle, als der generelle Umgang mit Daten. Die DSGVO ist ein generelles Thema und regelt, wie beispielsweise personenbezogenen Daten verwendet werden können und dürfen. Mit welcher Technologie dies erfolgt, ist unabhängig davon und es gibt Beacon-Services, die arbeiten komplett „anonym“ und ohne „personenbezogene Daten“. Diese Services werden somit auch mit einer Novelle der DSGVO, egal welcher Ausprägung, keine Probleme bekommen.

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