In der Testphase

Wie Continuous Testing die App-Entwicklung verändert

Im Zuge der agilen Software-Entwicklung ermöglichen automatisierte Tests (Continuous Testing) schon früh das Aufspüren potentieller Fehlerquellen.

Continuous Testing im Rahmen der App-Entwicklung

Im Rahmen der App-Entwicklung gilt es, jegliche „Zeitfresser“ zu vermeiden.

Die Erwartungen an Apps sind hoch und dementsprechend auch der Druck auf Unternehmen, die sie bereitstellen. Um das Kundenvertrauen und die Reputation des Unternehmens nicht zu gefährden, testen Entwickler deshalb ihre Apps vor der offiziellen Einführung auf dafür vorgesehenen Plattformen. Der State of Testing Report, durchgeführt vom Marktforscher Dimensional Research und Sauce Labs, Anbieter einer cloud-basierten Testplattform für mobile und web-basierte Anwendungen, zeigt, welchen Stellenwert das Testen von Apps in der agilen Software-Entwicklung einnimmt.

Ansprechendes Design, eine übersichtliche und leicht verständliche Navigation und maximaler Schutz der Daten sind nicht die einzigen Anforderungen an Apps und ihre Entwickler. Denn gleichzeitig wird der Erfolg eines Herstellers auch daran gemessen, wie schnell er sein Produkt auf den Markt bringt. Jegliche „Zeitfresser“ in der App-Entwicklung gilt es daher zu vermeiden. Dazu können auch nicht-agile Methoden im Testprozess zählen. Die klassische Methode zum Testen nach dem Wasserfallprinzip, d. h. das Testen der App auf mögliche Fehler nach Abschluss der Entwicklung, erweist sich oftmals als großer Zeitfaktor und treibt die Kosten. Von daher steht dieses Testprinzip im Widerspruch mit der agilen Software-Entwicklung, die die Transparenz und Flexibilität erhöht, um die Risiken im Entwicklungsprozess zu minimieren.

Agilität in der Fehlerbehebung

Vor diesem Hintergrund hat sich in der agilen Software-Entwicklung immer stärker das Continuous Testing – automatisiertes Testen, welches während des gesamten Entwicklungszyklus durchgeführt wird – bewährt. Ganz im Sinne der agilen Software-Entwicklung sollen dadurch Fehler bereits während des Entwicklungsprozesses identifiziert und eliminiert werden. Hinsichtlich dieser Testmethode zeigt der State of Testing Report, dass noch Nachjustierungen notwendig sind.

Für den Report wurden 1.091 Technologie-Experten, verantwortlich für Entwicklungen und Tests, online befragt. 91 Prozent von ihnen gaben an (im Vergleich: nur 51 Prozent in 2015), dass in ihren Unternehmen die agile Software-Entwicklung Basis für die App-Herstellung ist. In diesem Zusammenhang zeigte sich, dass Continuous Testing zunehmend an Bedeutung gewinnt. Derzeit testen 56 Prozent der Befragten gleich oft oder sogar häufiger mit automatisierten Prozessen im Vergleich zu manuellen Tests. Dabei wollen 45 Prozent der befragten Unternehmen die Ausgaben für automatisiertes Testen in 2018 weiter erhöhen (in Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern sogar noch mehr: 55 Prozent). Diese Relevanz verstärkt sich durch die Ergebnisse auf die Frage, wie schnell Bugs nach ihrer Entdeckung behoben werden. Nur 21 Prozent geben an, Fehler unmittelbar nach Entdecken zu korrigieren – im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar ein Rückgang um zwei Prozent. Um sowohl Entwickler als auch Tester hierbei zu unterstützen, muss Continuous Testing noch stärker in die Software-Delivery-Pipeline gelebt werden.

Auf die Testumgebung kommt es an

Heterogenität ist ein weiterer Faktor der beim Continuous Testing eine wichtige Rolle spielt. So nutzt es den Testern nichts, die App nur auf der neuesten Version von Browsern und Betriebssystemen auf den Prüfstand zu stellen. Im Gegenteil: Sie benötigen eine breite Abdeckung, die verschiedene Versionen enthält und von den Endanwendern auch tatsächlich genutzt werden. Der Trend geht hier bereits in die richtige Richtung. So gaben 39 Prozent der Befragten in Hinblick auf web-basierte Apps an, auf fünf oder mehr Browsern zu testen – das ist eine zehnprozentige Steigerung zum Vorjahr. Doch auch hier ist natürlich noch Potential nach oben.

Die erhobenen Daten zeichnen ein klares Bild: Der ständige Druck, Apps schneller auf den Markt zu bringen, ist Grenzen unterworfen. Fehler werden nicht schnell genug behoben, die Testautomatisierung ist ins Stocken geraten und Bandbreite an unterschiedlichen Testumgebungen muss sich weiter steigern. Möglicherweise haben sich Unternehmen bisher zu sehr auf die Geschwindigkeit der Veröffentlichung konzentriert. Aufgabe der Unternehmen ist es nun, auch die Qualität der Apps wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

* Der Autor Hannes Lenke ist General Manager EMEA bei Sauce Labs, einem Experten für Continuous Testing.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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