Alltagstauglich müssen sie sein...

Wie eigenständig sind Smartwatches?

Im Interview betont Kai Tutschke, Geschäftsführer von Garmin DACH, dass einige Smartwatch-Nutzer es bemängeln, dass die Wearables noch nicht komplett eigenständig arbeiten, sondern stark an das Smartphone gekoppelt sind. Er selbst sieht das gar nicht mal so negativ.

Kai Tutschke, Garmin

„Wir betreten langsam den Massenmarkt und Kunden möchten eine smarte Uhr, die nicht alle paar Stunden geladen werden muss“, weiß Garmin-Geschäftsführer Kai Tutschke.

Herr Tutschke, welche Rolle spielen Smartwatches anno 2016 in Deutschland?
Kai Tutschke:
Smartwatches sind gerade das Trendthema. Das sehen wir an den stets steigenden Verkaufszahlen unserer Uhrenmodelle mit Smart-Features. Wir betreten langsam den Massenmarkt und die Nutzer werden dadurch anspruchsvoller. Die Uhr muss überall einsatzfähig sein und dabei auch noch gut aussehen.

Inwieweit kommen Smartwatches im Geschäftsalltag zum Einsatz?
Tutschke:
Smartwatches können sehr gut in den Geschäftsalltag integriert werden. Sie sind inzwischen unauffällig und gleichen optisch einer normalen Uhr. Im Meeting muss man dank der Push-Benachrichtigungen nicht mehr ständig das Smartphone zücken. Man sieht mit einem schnellen, unauffälligen Blick auf die Uhr, ob ein Anruf oder eine Mail wichtig ist oder nicht. Auch die integrierte Fitnesstracker-Funktion hilft im Büroalltag: Der Inaktivitätsalarm erinnert einen daran, ruhig mal persönlich beim Kollegen am Ende des Ganges vorbeizuschauen, statt die Kurzwahltaste zu bemühen – und sorgt so für eine gesündere Lebensweise.

Was macht eine gute Smartwatch konkret aus?
Tutschke:
Eine gute Smartwatch ist nicht nur smart, sie muss vor allem eines sein: alltagstauglich. Was nutzt eine Uhr, die keine zwei Stunden lang smart ist und dann am Ladekabel hängt, während ich im Meeting sitze? Ob beim Sport, im Büro oder in der Freizeit: Die Uhr muss immer getragen werden können. Das verlangt nach einer vernünftigen Akkulaufzeit. Robust sollten die Uhren natürlich auch sein, wasserdicht, aus hochwertigen Materialien – und vor allem müssen sie gut aussehen! Die Ansprüche sind ansonsten so unterschiedlich wie die Typen Menschen, die sie tragen. Oder wie deren Kleidungsstil.

Welche Funktionen sind bei den Nutzern besonders gefragt?
Tutschke:
Besonders gefragt ist neben der Akku- bzw. Batterielaufzeit eine vielfältige Nutzung der Uhr. Zudem ist es natürlich wichtig, dass die Smartwatch über Anrufe, Nachrichten via Whatsapp oder E-Mail und anstehende Termine informiert. Ein weiterer Aspekt ist die Alltagstauglichkeit. User möchten keine zwei Devices tragen, daher muss die Smartwatch gut zu jeder Gelegenheit passen. Die Technik, die in diesem Gerät steckt, soll also gar nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich werden. Daher ist es unser Ziel, durch hochwertige Materialien wie Lederarmbänder, Edelstahl oder sogar Titan dem User eine Uhr für jeden Anlass zu bieten. Nicht unterschätzen darf man außerdem den Drang zur Personalisierung. Jeder hat auf seinem Laptop, Tablet und Smartphone seinen ganz eigenen Hintergrund, ganz gleich ob Strand, der heißgeliebte Hund oder Frau und Kinder. Auch bei Uhren sind derlei „Spielereien“ sehr gefragt.

Was kritisieren Nutzer noch häufig an den smarten Uhren?
Tutschke:
Allgemein wird gerade die bisweilen noch schwache Akkulaufzeit kritisiert. Da sind wir im Vergleich mit bis zu einer Woche sehr gut aufgestellt. Einige Nutzer bemängeln, dass Smartwatches noch nicht komplett eigenständig arbeiten und noch stark an das Smartphone gekoppelt sind. Wir sehen das als Vorteil und konzipieren unsere Uhren entsprechend: Dank Multisportprofilen, integriertem GPS-Empfänger oder auch Schrittzähler arbeiten die Smartwatches jedoch auch ganz unabhängig von einem Smartphone – und zwar genau dann, wenn man es nicht braucht. Im Büro oder im sonstigen Alltag, wo man sein Handy sowieso immer dabei oder griffbereit hat, verbindet sich die Uhr automatisch. Und selbst wer sein Handy gerne mal Zuhause lässt, um abzuschalten, der kann seine Daten ganz einfach am Abend manuell mit Handy oder Tablet synchronisieren.

Wo sehen Sie persönlich noch Verbesserungsbedarf?
Tutschke:
Allgemein in der Akkulaufleistung. Wir betreten langsam den Massenmarkt und Kunden möchten eine smarte Uhr, die nicht alle paar Stunden geladen werden muss.

Wie ist es um die Sicherheit von Smartwatches bestellt?
Tutschke:
An der Sicherheit von Smartwatches wird tagtäglich gearbeitet. Auch bei uns ist dies natürlich ein wichtiger Aspekt, der in der täglichen Arbeit berücksichtigt wird. Außerdem sorgen Smartwatches, richtig eingesetzt, sogar für Sicherheit! Mit unserer Fenix 3 kann man sich z.B. auf Wunsch live von der Familie oder Freunden tracken lassen, beispielsweise wenn man in den Alpen Wandern oder Bergsteigen geht.

Tragen Sie persönlich auch eine Smartwatch? Wenn ja, jederzeit bzw. zu welchen Gelegenheiten?
Tutschke:
Selbstverständlich! Meine beiden Leidenschaften sind Sport und das Fliegen. Als Pilot hat Garmin für mich die passende smarte Uhr für Piloten, die D2 Bravo. Mit Sportfunktionen und einer weltweiten Database für Flughäfen. Sie gefällt mir nicht nur optisch sehr gut, ich kann sie sowohl beim Sport als auch beim Geschäftsessen tragen. Durch einfach auszutauschende Wechselarmbänder kann ich die Uhr jeder Gelegenheit und jedem Outfit anpassen, was sie zu einem treuen Begleiter macht.

Bildquelle: Garmin

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