Lexikon: Beacons

Wie kommunizieren Funksender mit Smartphones?

Endgeräte miteinander und mit der Welt vernetzen: Hier spielen Beacons eine zentrale Rolle, denn sie können die Art und Weise, wie Einzelhändler, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Event-Organisatoren usw. mit Personen in Gebäuden kommunizieren, grundlegend verändern.

Lexikon: Beacons

Beacons können die Kommunikation von Smartphones mit ihrer direkten Umgebung grundlegend verändern.

Beacons stellen eine Brücke zwischen der virtuellen Welt der Software und der physischen Welt dar. Dabei handelt es sich aber nicht um komplexe Geräte, sondern einfache Funksender, die lediglich Zahlenreihen übermitteln und nichts empfangen können. Die Zahlenreihen bestehen dabei aus drei Zahlen: erstens sogenannte Universally Unique Identifier, UUID, zweitens eine große Zahl und drittens eine kleine Zahl. Die Funksender haben eine geringe Reichweite und werden in geschlossenen Räumen installiert. Technisch gesehen basieren sie auf Bluetooth Low Energy (Bluetooth 4.0), kurz BLE. Wie der Name schon sagt, ist der Vorteil von BLE der im Vergleich zum Vorgänger niedrigere Stromverbrauch. An der Entwicklung wird schon seit Beginn des Jahrtausends gearbeitet, richtig bekannt wurde die Technologie aber erst unter dem Namen iBeacon, wie Apple die Funksender nennt. Es gibt aber auch einige andere Anbieter von Beacon-Technologie.

BLE kann eine Alternative im Hinblick auf die Anbindung an ein Netzwerk bilden, ist jedoch weniger weit verbreitet und gegenüber z.B. WLAN räumlich eingeschränkt. Der Vorteil wiederum ist, dass man sich darüber nicht – wie bei WLAN – Zugriff auf andere Systeme verschaffen kann. BLE eignet sich besonders im iBeacons und AltBeacons-Umfeld, einem offenen Standard für iBeacons.

Beacons arbeiten grundsätzlich auf Basis der Lage bzw. Nähe („Proximity“), d.h. „Was befindet sich in unmittelbarer Nähe zu mir?“, im Gegensatz zur Standortortung („Location“) etwa per GPS, d.h. „Wo befinde ich mich?“. Beide Kategorien werden oft verwechselt, die Unterscheidung ist aber wichtig, denn: Ein Standort besitzt ein Koordinatensystem, wohingegen die Nähe zu etwas dann nützlich ist, wenn man etwas Bestimmtes sucht, z.B. ein Geschäft oder ein Flughafen-Gate.

Wie funktionieren Beacons und wie steht es um den Datenschutz?

Die Hardware-Technik ist wie oben beschrieben nicht sehr anspruchsvoll. Die große Zahl kann für ein Geschäft stehen, die kleine Zahl für eine bestimmte Abteilung oder einen Stand. Das eigentlich Spannende spielt sich daher auf der Ebene der Applikationen ab. Denn um Beacons nutzen zu können, müssen Nutzer bestimmte Apps auf ihren mobilen Geräten ausführen. Existieren keine Apps, passiert auch nichts. Hinsichtlich potentieller Anwendungen ist hingegen fast alles möglich, was sich ein Anwendungsprogrammierer vorstellen kann. Die App kann zum Beispiel Web-Services nutzen, um mehr über den Benutzer zu erfahren, oder andere Dienste abfragen.

Beacons selbst tangieren die Privatsphäre nicht, da sie nur senden, nicht aber empfangen. Angaben zum Datenschutz sind in den Richtlinien der jeweiligen Anwendungen im App Store enthalten, über die jeder App-Anbieter Auskunft geben muss.

Wo können Beacons eingesetzt werden und was bringen sie?

Organisationen aller Art suchen nach neuen Möglichkeiten, mit Echtzeitdaten intensiveren Kontakt zu Endnutzern zu erhalten und damit bessere Servicequalität und Kundenerfahrung bereitzustellen. Proximity Beacons mit iBeacon- und AltBeacon-Technologie spielen hier eine wichtige Rolle.

Von Proximity Beacons und Proximity-Services profitieren nicht nur der Einzelhandel, sondern auch Bildungseinrichtungen oder Healthcare-Anbieter. Angebote zu Bildung, medizinischer Versorgung oder Shopping können durch den Einsatz von iBeacons und in Form von Push-Nachrichten oder Kaufanreizen wie Coupons noch besser auf die Bedürfnisse von Nutzern zugeschnitten werden.

*Der Autor Matthew Gast ist Leiter Produktmanagement bei Aerohive Networks.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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