Robuste Endgeräte im Praxistest

Wie Nutzer ihre Rugged Devices behandeln

Martin Haaf, Geschäftsführer der i.safe Mobile GmbH, ist sich sicher: „Definitiv geht ein Besitzer eines Rugged-Gerätes anders mit diesem um, da er weiß, das Gerät hält deutlich mehr aus als ein Consumer Device.“

Martin Haaf, i.safe Mobile

„Ein Rugged-Gerät ist für den Einsatz im Freien oder für den harten Einsatz in der Industrie gebaut“, erklärt Martin Haaf, Geschäftsführer der i.safe Mobile GmbH.

Herr Haaf, Smartphones, Tablets und Notebooks – all diese Geräte gibt es auch im Rugged-Format. Doch wie gefragt sind Rugged Devices anno 2017 tatsächlich?
Martin Haaf:
Diese Geräte sind gefragter denn je, zumindest in der Industrie. Denn die Automatisierung verlangt inzwischen nach mobilen Geräten – und speziell hier sind die Ansprüche an die Robustheit sehr hoch. Aber auch im Freizeitbereich, und hier insbesondere im Outdoor-Bereich, zeigt sich ein Wachstum, da auch in diesem Feld immer mehr Applikationen zur Verfügung stehen, welche dem Sportler, Wanderer und Extrembergsteiger sehr hilfreich sind. Dazu benötigt der Anwender dann ein Gerät, welches nicht unbedingt beim ersten Sturz oder Fall ins Wasser die Funktion aufgibt.

Man differenziert zwischen Semi-, Fully- und Ultra-Rugged-Geräten. Worin bestehen die jeweiligen Unterschiede?
Haaf:
Auf den Begriff „Semi-Rugged“ möchte ich hier nicht eingehen, da es diese Gruppierung meines Erachtens nicht gibt bzw. diese keinen Sinn macht. „Fully-Rugged“ kommt dann der Zielgruppe aus dem Freizeit- und Outdoor-Bereich zugute, denn diese Geräte sind u.a. wasserdicht, stoßfest und fallgeschützt. Auch absolut brauchbar für den industriellen Einsatz. Die Kategorie „Ultra-Rugged“ kommt dann mehr in wirklich harten und widrigen Umgebungsbedingung zum Einsatz, wie beispielsweise beim Militär, aber auch in bestimmten Industriezweigen, wo es hart zur Sache geht.

Welcher Typus ist aktuell am meisten gefragt?
Haaf:
Fully-Rugged.

In welchen Punkten übertrumpfen Rugged-Modelle die „normalen“ Consumer-Devices?
Haaf:
Wie der Name schon sagt, in der Robustheit. Dies äußert sich z.B. auch bereits in Details, wie dem Laden der Batterie, denn im Bereich der robusten Geräte werden Ladestecker verwendet, welche eine bessere, leichte Handhabung erlauben und auch nicht nach geringer Anzahl von Ladezyklen defekt sind – um nur ein Beispiel zu nennen.

Was wird bei den robusten Modellen hingegen häufig von den Anwendern bemängelt?
Haaf:
Meist sind die Rugged-Geräte etwas schwerer und liegen im Preis höher als die vergleichbaren Standardgeräte.

Das heißt, „uncooles“ Design, hohes Gewicht und hohe Kosten sind bei den Rugged Devices nicht nur Mythen, die vom Kauf abhalten?
Haaf:
Ein Rugged-Gerät ist für den Einsatz im Freien oder für den harten Einsatz in der Industrie gebaut, daher sehe ich nicht die Notwendigkeit, dass jetzt jeder ein Rugged-Gerät benötigt.

Wie behandeln die Anwender ihre Rugged-Modelle? Gehen sie damit anders um als mit Consumer-Devices?
Haaf:
Definitiv geht ein Besitzer eines Rugged-Gerätes anders mit diesem um, da er weiß, das Gerät hält deutlich mehr aus als ein „Consumer Device“. Da geht es im täglichen Einsatz schon mehr zur Sache, keine Frage.

Welche Tests müssen Rugged Devices grundsätzlich bestehen, ehe sie in Produktion gehen?
Haaf:
Hier gibt es entsprechende Standards, welche die Geräte bestehen müssen. Eine der bekanntesten Normen stellt hier der MIL-Standard aus den USA dar. Aber es gibt auch entsprechende DIN-Normen hierfür. Allgemein geht es etwa um Schock, Vibration, Fall, Wasserdichtheit und Temperaturschock.

Was geht bei solchen Geräten „am schnellsten“ kaputt?
Haaf:
Was nach wie vor ein Punkt ist und alle batteriebetriebenen Geräte betrifft, ist die Lebensdauer der Batterie. Dies ist allerdings in der Technologie hinterlegt und betrifft alle Geräte. Daher sollte die Möglichkeit eines Batteriewechsels geprüft werden. Denn die Lebenserwartung der robusten Geräte ist doch deutlich länger als die der Consumer-Geräte. Der Wechsel sollte bei einer integrierten Batterie vom Hersteller angeboten werden.

Worauf sollten Anwender letztlich beim Kauf von Rugged Devices achten (auch hinsichtlich Betriebssystem, Mobile Device Management...)?
Haaf:
Hier gelten dieselben Regeln wie bei den Consumer-Geräten.

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