EM 2016 mit Facebook, Twitter, Instagram & Co.

Wie „social“ sind die EM-Stars?

Wie agieren Star-Kicker der EM 2016 – Ronaldo, Bale und Ibrahimovic – in ihren Twitter-Kanälen? Und wie schneiden im Vergleich dazu die deutschen Nationalspieler Özil, Schweinsteiger, Podolski und Müller mit ihren Social-Media-Profilen ab?

Bastian Schweinsteiger

Auf über 3,2 Millionen Twitter-Follower und 9,1 Millionen Facebook-Likes bringt es Bastian Schweinsteiger Anfang Juni 2016.

Für Unternehmen, die sich mit ihrem Angebot vorrangig an Endkonsumenten richten, läuft ohne Präsenz in den sozialen Medien heutzutage nichts mehr. Gleiches gilt für die Fußballprofis unserer Zeit. Als eigene „Wirtschaftsbetriebe“ sind sie an der bestmöglichen Vermarktung ihrer Person stark interessiert und nutzen dafür eifrig sämtliche Digitalkanäle.

Um fette Werbedeals an Land zu ziehen, ist dabei zum einen Eigen-PR nicht nur mit sportlichen Leistungen, sondern auch über soziale Kanäle gefragt. Zum anderen werden die Web-Profile selbst zu attraktiven Plattformen für potentielle Werbetreibende. Zudem benötigt man den Blick für das große Ganze: Denn die hochdotierten Profis können es sich nicht erlauben, ihr Treiben in digitalen Medien ohne Abstimmung mit Verein, Sponsoren und – zumindest während internationaler Turniere – der Nationalmannschaft im Alleingang durchzuziehen.

Mittlerweile ist Fußball zum Milliardengeschäft geworden. So sind laut Forbes-Liste die weltweit wertvollsten Vereine wie Real Madrid und Manchester United rund 3,4 Mrd. bzw. 2,8 Mrd. US-Dollar schwer. Parallel dazu steigen die Transfersummen für Vereinsspieler. Die teuersten Ablösesummen der Fußballgeschichte belaufen sich auf über 90 Millionen Euro, die Real Madrid erst für Cristiano Ronaldo und später auch für Gareth Bale bezahlte.

Daneben ziehen die Profi-Fußballer selbst immer lukrativere Werbeaufträge an Land. Daher wundert es kaum, dass über das Sportliche hinaus auf den persönlichen Twitter-Accounts z.B. von Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic vorrangig nette Werbefilmchen zu sehen sind. Immer wieder unterbrochen von privaten Posts und Fotos aus dem Strandurlaub oder von diversen Feierlichkeiten nach dem jüngsten Gewinn der Champions League, Meisterschaft oder des Landespokals.

Dabei werden bei Ronaldo und Ibrahimovic ähnliche bzw. oftmals gar dieselben Inhalte gleich über mehrere Internetkanäle ausgegeben. Neben Twitter sind dies in der Regel Facebook, Instagram und Youtube, mitunter Googleplus und natürlich die eigene Homepage. Da es weltweit Fans von Fußballstars wie Ronaldo und Co. gibt, fließt der Content parallel dazu nicht selten auch in beliebte asiatische soziale Medien. Seit Mitte Mai 2016 ist etwa der portugiesische Starkicker beim chinesischen Twitter-Pendant Weibo mit einem eigenen Account vertreten.

Dass die bunte Mischung an Werbebotschaften und privaten Posts äußerst gewinnbringend sein kann, zeigen die Accounts von Cristiano Ronaldo. So wird an prominenter Stelle des Twitter-Profils gleich auf die CR7-Webseite und hier auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwiesen – inklusive Datenschutz und „Cookies Policy“. Hinter diesem Geschäftssinn steht die Sportagentur Polaris Sports Ltd., die neben CR7 für weitere prominente portugiesische Kunden wie José Mourinho, Pepe, Falcao oder Fábio Coentrão tätig ist.

Özil, Podolski, Müller und Schweinsteiger

Soviel zu den internationalen EM-Stars, doch wie „social“ sind die deutschen Kicker? Bei Mesut Özil findet man beispielsweise recht authentische Twitter-Einträge, z.B. Bilder mit seiner Nichte oder im direkten Fan-Dialog. Zudem gibt es Unterschiede zwischen der Facebook-Seite und so manchen Einträgen auf Twitter, sodass man davon ausgehen kann, dass nicht alle Beiträge automatisiert in zig verschiedenen Social-Kanälen auflaufen. Auch scheint die Vermarktung Mesut Özils in Familienhand zu liegen: Verantwortlich ist laut Impressum der Website die Özil Marketing GmbH unter Federführung von Bruder Mutlu Özil.

Neben Özil geht es auch bei Lukas Podolski und Thomas Müller deutlich bodenständiger zu als bei Weltstars wie CR7 und Zlatan Ibrahimovic. Auf seiner Facebook-Seite spricht Müller seine Fans gar persönlich mit „Servus zusammen“ an und gibt gleichzeitig Einblick in seine Gemütslage oder in aktuelle Geschehnisse seines Sportlerlebens. Allerdings drängt sich der Verdacht auf, dass hinsichtlich der Erstellung der Inhalte eher ein professionelles Mediateam die Fäden in der Hand hält.

Wie seine Nationalmannschaftskollegen ist auch Bastian Schweinsteiger bei Facebook, Instagram, Twitter, Googleplus und Youtube vertreten. Eine eigene Webseite wird ebenfalls betrieben, wobei die Federführung bei der Avantgarde Sponsoring GmbH liegt. Neben Schweinsteiger vertritt die Kreativagentur, die weltweit in elf Ländern präsent ist, auch Fußballkollege Christian Träsch oder den Nationalmannschafts-Sponsor Mercedes Benz.

Wer hat bei Facebook und Twitter die Nase vorn?

So unterschiedlich die einzelnen Auftritte der Spieler in den sozialen Medien sein mögen, gibt es doch für alle die gleiche Messlatte für den Erfolg der Profile: nämlich Follower und Likes. Dabei ist CR7 erwartungsgemäß mit 42,8 Millionen Twitter-Followern und sagenhaften 112,1 Millionen Facebook-Likes ganz weit vorne. Überraschenderweise folgt ihm Mesut Özil, der nicht zuletzt aufgrund seiner internationalen Profi-Kanäle viele Fans gewinnen konnte.

Doch egal wie professionell die Web-Auftritte der EM-Spieler sind – nach wie vor liegt die Wahrheit auf dem Platz, sodass die Spieler am besten mit vielen schönen EM-Toren auf sich aufmerksam machen sollten.

Twitter-Follower (Stand 7. Juni 2016)

1. Cristiano Ronaldo – 42,8 Millionen
2. Mesut Özil – 11 Millionen
3. Gareth Bale – 8,34 Millionen
4. Zlatan Ibrahimovic – 3,6 Millionen
5. Bastian Schweinsteiger – 3,2 Millionen
6. Lukas Podolski – 2,96 Millionen
7. Thomas Müller – 2,75 Millionen

Facebook-Likes (Stand 7. Juni 2016)

1. Cristiano Ronaldo – 112,1 Millionen
2. Mesut Özil – 30,3 Millionen
3. Gareth Bale – 26,4 Millionen
4. Zlatan Ibrahimovic – 24,6 Millionen
5. Thomas Müller – 9,3 Millionen
6. Bastian Schweinsteiger – 9,1 Millionen
7. Lukas Podolski – 7,7 Millionen

Bildquelle: Adidas

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