Location Based Game: Interview mit Mirko Fina, Senoi

Wien per App erspielen

Die beiden Wiener Mirko Fina und Toni Eisner haben mit Senoi ein Spiel kreiert, das bereits als die europäische Alternative zu Googles Smartphone-Spiel Ingress gehandelt wird. Gründer Mirko Fina gab dazu und zur mobilen Szene in Wien Auskunft.

  • Mithilfe des Outdoor-Smartphone-Spiels erkunden die Nutzer verrückte Parallelwelten in Wien.

  • Nicolas Köcher, Toni Eisner und Mirko Fina (v.l.n.r.) sind die Köpfe hinter Senoi.

Herr Fina, Ihre App Senoi gilt als das „Wiener Ingress“. Wie hat die Stadt zu der App inspiriert?
Mirko Fina:
Jede Stadt birgt tausende Geheimnisse, von denen man – obwohl man schon ewig hier wohnt – oft gar nichts mitbekommt. Der Alltag könnte also ganz leicht zum Abenteuer werden, wenn man die Perspektive ein bisschen ändert. Und da hakt unser Spiel ein. Mithilfe virtueller Spielelemente werden real existierende Orte plötzlich wieder interessant und die Stadt zur Spielwelt.

Sind die Wiener leicht für mobile Dienste zu begeistern?
Fina:
Der Wiener liebt nicht nur seinen Kaffee und seine Zeitung, sondern mittlerweile auch sein Smartphone. Das Gerät ist auch hierzulande Teil des Alltags geworden – insofern ist die Hemmschwelle für das Ausprobieren neuer Apps relativ gering. Von unserem Konzept waren die Wiener sehr angetan. Unser Spiel verleitet die Leute dazu, im Freien zu spazieren und neue Orte zu entdecken. Es beinhaltet auch viel Wiener Schmäh. Diese Kombination wird hier gut angenommen und kommt interessanterweise in allen Altersklassen gleich gut an.

Wie wird die App monetarisiert?
Fina:
Unser Ziel ist es, die ganze Stadt über unser Spiel miteinander zu vernetzen. Unternehmen können ihre Firmenstandorte in Senoi platzieren, Spielgegenstände sponsern, eigene Spielerouten durch Wien legen usw. Wichtig dabei: Die Werbung muss immer auch einen konkreten Nutzen für unsere Spieler haben, klassische Bannerwerbung hat in Senoi nichts verloren.

Wie schätzen Sie den Status Quo der Mobile-Szene in Wien derzeit ein?
Fina:
Die mobile Szene hat die Wiener Gemütlichkeit überwunden und endlich auch hierzulande Einzug erhalten. Die rege Beteiligung am Wiener App-Kongress ist daher nicht verwunderlich. Erfolgsmodelle wie Shpock oder Tripwolf können auch leicht international Wellen schlagen. Wien steht aber sicher noch am Anfang, das wird noch recht spannend werden.

Senoi ist mutigerweise auf Android zuerst gestartet – warum?
Fina:
Wir wollen mit Senoi ein größeres Publikum ansprechen und nicht nur High-End-Geräte bedienen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten war und ist Android hier sicher die richtige Entscheidung. Eine iPhone-Variante haben wir für Ende Q4/14 geplant.

Senoi ist derzeit nur in Wien verfügbar. Wann werden Sie andere Städte zum Beispiel in Deutschland erobern?
Fina:
Wir haben uns Wien als Testareal ausgesucht eine Expansion auf Restösterreich und den erweiterten deutschsprachigen Raum aber immer im Hinterkopf gehabt. Unser Spielsystem lässt sich daher auch relativ leicht skalieren. Unser Ziel ist es, Senoi im Laufe der Sommermonate auf die wichtigsten Städte in Österreich und Deutschland auszuweiten. 

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok