Microsoft-Präsentation

Windows 10 in der Augmented Reality

Microsoft bringt ein Produktfeuerwerk: Windows 10 überall, auch auf dem 84 Zoll großen Surface Hub. Und eine HoloLens genannte Datenbrille als Bedienschnittstelle für Computer.

  • Windows 10 auf dem Desktop

  • Windows 10 auf Mobilgeräten

  • Windows 10: Cortana ist dabei

  • Windows 10: So sieht der neue Browser Spartan aus

  • Das Surface Hub arbeitet als digitales Whiteboard

  • So stellt sich Microsoft die Arbeit mit HoloLens vor

Kommt bald das Holodeck? Den ersten Schritt in diese Richtung stellte Microsoft auf seiner Pressekonferenz vor: Eine „Holographie“-Funktion, die zusammen mit einer HoloLens getauften Datenbrille das Manipulieren von virtuellen Objekten in einer „Augmented Reality“ (AR) erlaubt - ungefähr so, wie es in Hollywood-Filmen schon seit ewigen Zeiten Standard ist. Doch die AR-Funktionen sind nur das Sahnehäubchen auf dem Graubrot - spricht: Erst geht es ausführlich um Windows 10.

Lizenzen und Updates

Eine sehr angenehme Mitteilung machte Microsoft allen Anwendern von Windows 7, Windows 8.1 und sogar Windows Phone 8.1: Im ersten Jahr nach der Veröffentlichung von Windows 10 kann jeder Nutzer der Vorversionen kostenlos auf das neue Betriebssystem updaten. Anschließend kommen dann alle weiteren Funktions-Updates kostenlos auf das Windows-Gerät.

Die regelmäßigen Aktualisierungen sind ja bereits von Microsoft angekündigt worden. Damit rückt der Software-Riese aus Seattle von seiner alten Politik ab, lediglich kleinere Aktualisierungen kostenlos zu verteilen. In Zukunft gibt es neue Funktionen nicht mehr kumuliert in einer neuen Version, sondern wie in der mobilen Welt in kleinen Schritten als „OTA-Update“ (Over The Air). Was das für die Versionszählung bedeutet, muss sich erst noch zeigen.

Neues in Windows 10

Microsoft verfolgt beim weiteren Ausbau von Windows 10 konsequent den mit der ersten Preview eingeschlagenen Weg. Die meisten Änderungen sind ja bereits bekannt, es gab nur wenig Neues. So kann der Anwender zum Beispiel das Startmenü des Desktops auch auf Vollbildgröße zoomen, so das App-Kacheln mehr Platz haben und auch mehr Informationen anzeigen können. Alle Apps für Windows 10 laufen übrigens auf allen Geräten inklusive der Xbox One.

Das neue Action-Center erweitert das bisherige Notification-Center um einige Schnellzugriffs-Buttons für WLAN, Bluetooth und andere Funktionen. Es arbeitet zwar auch auf dem Desktop, ist aber eher für Mobilgeräte gedacht. Typische Mobilgeräte haben so etwas schon länger.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, muss noch ein paar Tage warten. Die neue Preview für Desktoprechner kommt erst in der nächsten Woche, unter anderem auch in deutscher Sprache. Die Smartphone-Version kommt dann Mitte des nächsten Monats. Die endgültige Verkaufsversion von Windows 10 wird wohl erst im Herbst dieses Jahres erscheinen, vermutlich zusammen mit neuer Surface-Hardware vor dem Weihnachtsgeschäft.

Cortana und Spartan

Beide Funktionen waren ja schon angekündigt, Microsoft musste sie nur noch präsentieren. Der Sprachassistent Cortana wird auch auf dem Desktop-Windows ausgeliefert, was ihn im Büro einsatzfähig macht. Welche Möglichkeiten man damit hat, wird sich erst noch zeigen müssen, doch die bisherigen Nutzer klangen eigentlich immer recht zufrieden.

Auch der neue Browser mit dem Codenamen Spartan gehört zum Umfeld von Cortana, denn er soll eng mit dem Sprachassistenten zusammenarbeiten. Der Assistent hilft nicht nur beim Browsen, er stellt auch zusätzliche Informationen zur Verfügung. Bei einer Restaurantsuche wird zum Beispiel direkt eine Karte mit dem Anfahrtweg angeboten.

Außerdem stellte Microsoft einige neue Funktionen vor. So gibt es jetzt einen Notizenmodus, in dem direkt auf einer geöffneten Website kommentiert werden kann. Diese Notizen können mit anderen Anwendern geteilt werden. Darüber hinaus lassen sich Elemente aus der Seite ausschneiden und in OneNote speichern.

Außerdem gibt es bei Spartan einen Lesemodus, der die Artikel in topographisch aufbereiteter Form auch offline anzeigt. Dabei wird zum Beispiel Werbung ausgeblendet. Eine nette Funktion, aber nicht gerade eine innovative Neuerung, denn so etwas gibt es schon als Zusatz-App.

Windows für Smartphones

Nur ganz kurz vorgezeigt wurde Windows 10 für Smartphones, der Nachfolger von Windows Phone 8.1. Dabei handelt es sich um eine speziell an ein Smartphone angepasste Windows-Variante. Bisher hat das System wohl eher Alphastatus und wurde nicht großartig kommentiert, aber bald wird eine erste Vorabversion veröffentlicht.

Office und Skype für Smartphones und kleine Tablets

Die neuen Office-Apps für mobile Geräte sehen jetzt besser aus - eher wie ihre Desktop-Gegenstücke. Sie werden wohl auf Smartphones und kleineren Tablets auf jeden Fall installiert sein, um mit den Office-Apps für iOS und Android gleichzuziehen. Die Apps können aber auch auf einem Desktop-PC genutzt werden, da sie zu den neuen Universal-Apps für alle Geräteklassen gehören.

Skype wird jetzt zumindest auf den kleineren Mobilgeräten sehr stark in das System integriert. Die App wird damit zu einer Art universellen Kommunikations-App für Windows-Nutzer, die Text- und Video-Chats anbieten.

Xbox-Funktionen

Windows war immer schon (auch) eine Spieleplattform, mit der neuen Xbox-Integration wird es nun noch attraktiver für Gamer. So können unter dem neuen Windows 10 zum Beispiel Spiele von der Xbox One auf den PC oder das Tablet gestreamt werden. Außerdem gibt es dafür einen Multiplayer-Modus und eine Chat-Funktion (Audio und Text). Das dürfte Gelegenheits-Gamer erfreuen: Freunde mit Xbox könnten dadurch zu begehrten Gästen werden.

Der Tablet-Gigant Surface Hub

Groß, größer, Surface Hub. Das ungewöhnliche Gerät ist ein flacher Computer mit einem 84 Zoll großen Touchscreen, zwei Kameras, zwei Lautsprechern und gleich einer ganze Batterie an Mikrofonen. Der Surface Hub ist ein voll funktionsfähige Windows-Rechner, der mit einer leicht angepassten Version von Windows 10 ausgestattet ist.

Er ist in erster Linie für die Zusammenarbeit in Teams gedacht, wo beispielsweise Notizen für alle sichtbar mit OneNote erfasst werden sollen. Zielgruppe sind wohl in erster Linie Unternehmen. Zwar ist der Preis noch unbekannt, aber das Gerät dürfte nicht gerade zu den Sonderangeboten gehören. Neben der Riesenversion wird es auch eine etwas kleinere Variante mit 55 Zoll geben.

One More Thing: HoloLens

Die Überraschung der Pressekonferenz: Microsoft bringt für Windows 10 eine Datenbrille für „Augmented Reality“ auf den Markt. Die Microsoft HoloLens genannte Brille überlagert das Sichtfeld des Benutzers mit 3-D-Grafiken, sodass er scheinbar holographische Elemente sieht.

Diese virtuellen Objekte können wie normale Objekte genutzt werden, denn ein spezieller Sensor kann die Handbewegungen des Trägers erkennen. So ist es zum Beispiel möglich, dass ein Nutzer von HoloLens virtuelle Schaltflächen drücken kann, die auf der Oberfläche von wirklich existierenden Objekten eingeblendet werden.

Die Brille ist kabellos und besitzt einen eigenen Minicomputer mit WLAN-Anschluss, sodass sie sich sehr gut in eine Netzwerk Umgebung integrieren lässt. Laut Microsoft solle es sich um den am weitesten entwickelten holographischen Computer der Welt handeln, an dem das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren im Verborgenen arbeite.

Anwendungsgebiete für solche Brillen gibt es viele, zum Beispiel in der Konstruktion von technischen Geräten oder in der Medizin. Die Geräteklasse ist auch nicht vollkommen neu, aber so richtig durchsetzen konnten sich die bisherigen Modelle anderer Hersteller nicht.

Das größte Problem ist die meist ziemlich flau aussehende Darstellung der 3-D-Objekte im Sichtfeld. Außerdem hatten die bisherigen Modelle einen mehr als niedrigen Tragekomfort. Könnte sein, dass Microsoft hier ein großer Fortschritt gelungen ist.

Bilder: Microsoft

Links:

  • Windows-Chef Joe Belfiore erklärt Windows 10
  • Das Windows Insider Programm (Download der Preview)

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