Windows 10: Mit Startmenü, aber in Kacheloptik
Windows 10: Das Benachrichtigungszentrum
Windows 10: Cortana
Windows 10: Edge ersetzt den ungeliebten Internet Explorer
Die ersten Vorboten von Windows 10 waren schon vor ein paar Wochen zu sehen: Microsoft installierte per Windows-Update auf vielen Computern eine kleine Nachrichtenanwendung, in der man sich für das Update auf Windows 10 registrieren konnte.
Neuerungen und bewährte Elemente
Und heute geht es los: Zug um Zug rollt Microsoft die Updates aus. Wer Windows 7 oder Windows 8.x einsetzt, hat nun ein Jahr Zeit, sich das kostenlose Update herunterzuladen. Und auch die ersten Hersteller liefern bereits Systeme mit dem neuen Betriebssystem aus. Vorreiter ist beispielsweise Medion (Lenovo), die schon am 30. Juli ein 15-Zoll-Notebook mit Windows 10 bei Aldi Nord und Süd anbieten.
Das neue Microsoft-Betriebssystem ist eine Mischung aus bewährten und neuen Elementen. Es ist näher an Windows 7 als am direkten Vorgänger, denn die Arbeit an einem Desktoprechner gehört immer noch zu den primären Einsatzfeldern von Windows und mit Windows 10 bringt Microsoft das lange vermisste Startmenü zurück, wenn auch in abgewandelter Form.
Eine interessante Neuerung ist das Benachrichtigungszentrum, in dem alle Systemmeldungen angezeigt werden. Zudem stehen hier einige wichtige Funktionen für den schnellen Zugriff bereit. Diese Technologie ist von Mobilbetriebssystemen bekannt, ist aber auch auf dem Desktop sinnvoll.
Eine weitere Neuerung ist das Suchfeld in der Task-Leiste, das multifunktional für die Suche nach Dateien, nach Webseiten und nach anderen Arten von Informationen eingesetzt werden kann. Allein das wäre schon recht praktisch, doch hinter dem Suchfeld verbirgt sich Cortana, die Sprachassistentin von Microsoft.
Auch sie ist ein Import aus der Welt der Mobilgeräte, da wegen eigenständiger Bedienung und fehlender Tastatur eine Sprachschnittstelle durchaus Geschicklichkeitsvorteile bringt. Doch auch auf dem Desktop ist so etwas sinnvoll, denn dank Games, Videochats und Diktier-Tools sind auch am PC Mikrofone weit verbreitet.
Eine weitere Änderung, bei der ganz viele Leute "endlich" seufzen werden: der Internet Explorer ist nicht mehr der Standard Browser von Windows, sondern der vollkommen neu entwickelte und sehr schlanke Edge-Browser. Er bietet zahlreiche Neuerungen. So haben Anwender zum Beispiel die Möglichkeit, mit Tastatur oder Stift auf einer Webseite Kommentare einzufügen und diese mit anderen zu teilen. Außerdem gibt es einen augenfreundlichen Lesemodus, mit dem auch Winzschrift gut lesbar angezeigt wird.
Neue Betriebssystemstrategie von Microsoft
Die größte und sowohl für Microsoft als auch für die Anwender wichtigste Änderung ist die neue Betriebssystemstrategie von Microsoft. So soll es zukünftig keine großen Windows-Versionen in langen Abständen geben. Stattdessen will Microsoft neue Funktionen und Systemerweiterungen Zug um Zug per Windows Update ausliefern. Zusätzlich wird es natürlich auch weiterhin die häufigen Patches und Sicherheitsaktualisierungen geben, die alle möglichen Probleme beheben.
In diesem Zusammenhang ist auch eine umstrittene Neuerung bei Windows 10 Home zu sehen: Die Version für Privatanwender besitzt keine (einfache) Möglichkeit mehr, das Herunterladen von Updates aller Art auszuschalten. Dies hat bei Windows-Anwendern für erhebliches Aufsehen gesorgt und wird schon als Zwang bezeichnet.
Dabei ist diese Funktion mehr als notwendig, denn die Zahl unzureichend oder sogar gar nicht gepatchter Desktop-PC ist legendär. Leider begreifen viele Anwender nicht, dass sie sich mit dem Auslassen von Patches selbst ins Bein schießen. Die Betreiber von Botnets, die Rechner im Internet kapern und für kriminelle Aktivitäten benutzen, setzen genau auf diese Nachlässigkeit zahlreicher Anwender.
Ein weiterer Aspekt der strategischen Neuausrichtung von Windows ist das Prinzip "Ein System, alle Geräte". Windows 10 gibt es jetzt sowohl für alle Arten von modernen Touch-Mobilgeräten inklusive der Lumia-Smartphones als auch für herkömmliche Notebooks und Desktop-PC. Allerdings erscheint Windows 10 Mobile für Smartphones erst etwas später im Jahr, die Desktop-Version hatte für Microsoft Vorrang.
Augenfällig wird die Eignung für alle Geräteklassen an den sogenannten Universal-Apps, die auf jedem Windows-10-Gerät laufen, zum Beispiel die für Privatanwender kostenlosen Office-Apps. Sie arbeiten auch auf Tablets und Smartphones und sind bereits in Windows 10 integriert. Am Rande bemerkt: Alle bisherigen Apps, die auf Windows 8. X liefen, funktionieren unter Windows 10 natürlich auch. Sie können aber nicht alle der erweiterten Funktionen einsetzen.
Kurz und gut: Microsoft hat sich für Windows 10 mächtig ins Zeug gelegt und eine enorme Vielzahl an kleinen und großen, sichtbaren und unsichtbaren Verbesserungen eingebaut. Wer sich ausführlicher informieren möchte, findet hier Links zu Artikeln auf it-zoom.de, die sich zahlreichen Aspekten von Windows 10 widmen:
Bildquelle: Microsoft
[Update 31.7.2015 08:10 - Korrektur/Ergänzung einer missverständlichen Formulierung zur Verfügbarkeit auf Lumia-Smartphones]