Alan Sternberg, Startup-Gründer, im Interview

"Wir belohnen Fußball-Fans fürs EM-Gucken"

Interview mit Alan Sternberg, einer der Gründer von Fanmiles, über die Fan-Plattform, prominente Unterstützung durch Investor Philipp Lahm, den Standort Berlin und die Pläne des Unternehmens.

  • Philipp Lahm konnte als Geschäftspartner und Investor für Fanmiles gewonnen werden.

  • Alan Sternberg, einer der Gründer von Fanmiles

  • EM-Stars wie Mario Götze machen auf der Plattform mit.

Welche Idee steckt hinter Fanmiles und wie funktioniert das System?
Alan Sternberg:
Fanmiles ist eine Plattform, auf der Stars ihre Fans für die Treue und das Engagement, welches ihnen entgegengebracht wird, belohnen können. Das funktioniert folgendermaßen: Als Fan folgst du deinen Stars auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen, kaufst Tickets, sammelst Fanartikel, hörst die Songs oder schaust die Trailer deiner Lieblingsstars. Dafür bekommst du als Fanmiles User die neue Währung #fanmiles gutgeschrieben. Diese kann man dann gegen Prämien eintauschen.

Das können die getragenen Trikots der Fußballstars, Konzerttickets oder auch ein kostenloser Monat Spotify Premium sein. Wer eine bestimmte Prämie ins Auge gefasst hat, kann außerdem beliebig viele weitere Sammelmöglichkeiten nutzen, um den entsprechenden Punktestand zu erreichen.

Pünktlich zur EM haben wir auch unsere Fanmiles App für iOS gelauncht. Per Audio Recognition erkennt die App, was wann geschaut wird, etwa die EM Spiele. Weitere Meilen bekommt man, indem Tipps auf den Spielausgang abgegeben werden – ohne Einsatz. Wer tippt, sammelt #fanmiles und wer gewinnt, bekommt noch mehr #fanmiles oben drauf. Auch wer sich über die App beim Public Viewing eincheckt, punktet, egal ob auf der Fanmeile oder gar im Stadion in Frankreich.

Warum gerade eine eigene Plattform? Die Fans und Stars sind doch schon in etlichen sozialen Medien im Kontakt.
Sternberg:
Bisher gab es keine Plattform, die Fans für alle Aktionen rund um ihre Stars und Lieblingsapps belohnt. Natürlich verlosen einzelne Stars auch mal etwas über ihre Social-Media-Kanäle, aber das sind dann eben nur vereinzelte Aktionen. Bei Fanmiles wirst du für alle täglichen Aktionen belohnt, ob bei Facebook, Spotify oder vor dem Fernseher. Um mal ein aktuelles Beispiel zu nehmen, es gibt keine andere Plattform, die Fans dafür belohnt, dass sie einfach nur die EM Spiele schauen – nicht die Werbung in der Halbzeit, sondern einfach nur das Spiel.

Im Zentrum steht das Tracking der Fans: Was sie im TV schauen wird per Audio-Erkennung ermittelt, wo sie sich aufhalten teilen sie per "Check in" mit. Was geschieht mit diesen Daten? Wer darf sie wozu nutzen?
Sternberg:
Es werden Daten der Nutzer erhoben, um die Nutzung zu ermöglichen (Gutschriften auszustellen oder Prämien zu verschicken). Darüber hinaus werden Daten abgefragt, die für die optimale Nutzung von Fanmiles notwendig sind, etwa wird der Standort angefragt, um passende Events oder Check-In Locations in der Nähe anzuzeigen.

Die Daten werden ausschließlich dafür verwendet, dass Fanmiles dem Fan attraktive und individuelle Angebote anzeigen kann. Für die Anmeldung bei Fanmiles reicht es, seine E-Mail Adresse und ein Kennwort anzugeben. Alternativ kann man sich mit seinem Facebook Login registrieren.

Also alles ganz easy für den User. Jedoch ist es keine Priorität von Fanmiles, die persönlichen Daten der Nutzer zu sammeln und auszuwerten.

Die Teilnahme durch gesammelte Miles an Trikotverlosungen scheint zwar erreichbar, echte Preise sind aber so viele Miles wert (Beyonce Ticket: 130.000), dass sie schwer erreichbar scheinen.
Sternberg:
Ein Beyoncé Ticket kostet im Verkauf knapp unter 100€ und ist 130.000 #fanmiles wert. Dass man dieses Ticket nicht bekommt, wenn man drei Trailer schaut, das Mario Götze Quiz löst und eine Sendung The Simpsons schaut, ist wohl sehr nachvollziehbar. Aber wenn man allein alle Deutschlandspiele der EM schaut und (ohne Geldeinsatz) die Ergebnisse der Vorrundenspiele tippt, hat man schon knapp 20.000 #fanmiles gesammelt.

Und so kann man eben als aktiver Fan auch Prämienhighlights erreichen. Vor allem bieten wir solch hochpreisige Prämien für echte Sammler an. Es gibt sehr aktive Fans, die ihre #fanmiles für einen längeren Zeitraum sparen, um dann irgendwann ein Beyoncé Konzertticket einlösen zu können.   

Phillip Lahm ist Geschäftspartner: Wie kam der Kontakt zustande? Wie bringt er sich ein?
Sternberg: Als wir Philipp Lahm Anfang des Jahres unsere Plattform und unsere Vision vorstellen durften, haben wir von ihm sehr schnell die Rückmeldung bekommen, dass er Fanmiles für sich und seine Fans nutzen möchte. Außerdem haben wir Philipp als Geschäftspartner und Investor für Fanmiles gewinnen können, da er gleich von dem Konzept überzeugt war.

Er baut sich derzeit ein zweites Standbein auf, weil er seine Fußballerkarriere spätestens 2018 beendet und tastet sich bereits jetzt an verschiedene Unternehmen heran. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass Philipp Lahm nicht nur stiller Teilhaber und Geldgeber bei Fanmiles ist, sondern aktiver Gesellschafter, mit dem wir in regelmäßigem Kontakt und Austausch stehen.

Was bewegt die anderen deutschen Fußball-Stars bei Fanmiles mitzumachen?
Sternberg: Stars wie Philipp Lahm oder auch Toni Kroos, Marco Reus und David Alaba, die auch auf Fanmiles dabei sind, haben diverse Engagements. Philipp Lahm etwa die Stiftung für Sport und Bildung und Toni Kroos hat seine Stiftung zur Förderung gesundheitlich beeinträchtigter Kinder ins Leben gerufen. Andere Stars wie David Alaba haben zudem jüngst eigene Modelabels gelauncht. Gleichzeitig kommunizieren sie mit ihren Fans über verschiedene Kanäle von Facebook über Snapchat bis zur persönlichen Webseite oder App (z.B. der Marco-Reus-App). Jeder Star hat nun mit Fanmiles die Möglichkeit, seine Fans im Rahmen seiner Engagements und Kommunikationskanäle für gezielte Aktionen mit Fanprämien zu belohnen.

Wann kommt die Android-App?
Sternberg: Wir arbeiten derzeit mit vielen hochtalentierten Entwicklern an der Realisierung der Android App, damit wirklich alle Fans mobil #fanmiles sammeln können. Derzeit kann man sich als Android User schon auf eine Liste eintragen, um sämtliche News zum aktuellen Stand der App zu erfahren und als Erster informiert zu werden, wann die App im Play Store erhältlich ist.
 
Was plant Ihr Unternehmen darüber hinaus?
Sternberg: Wir haben vor, noch in diesem Jahr den Fanmiles-Button zu launchen, der wie der Facebook-Button funktioniert. Damit gibt man etwa an, einen Artikel gelesen zu haben und wird dafür mit #fanmiles belohnt. Zudem stellen dieses Jahr unsere eigene API für alle Entwickler und externen Plattformen und Apps vor, damit Fanmiles ganz einfach in andere Apps integriert werden kann.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Standort Berlin?
Sternberg: Sehr zufrieden! In Berlin leben viele hoch qualifizierte Entwickler, Kreative und viele Geschäftsleute mit internationalen Beziehungen. Berlin bleibt unser Headquarter.
 
Was könnte in Deutschland besser laufen, um junge digitale Unternehmen zu unterstützen?
Sternberg: Um ehrlich zu sein, ist Deutschland, aber vor allem Berlin, schon ein sehr attraktiver Standort für junge Unternehmen. Auch das bekannte Problem, dass es an risikofreudigen Geldgebern mangelt, wandelt sich langsam. Dennoch ist es immer noch schwieriger, etwa im Vergleich mit den USA, Investoren zu überzeugen, wenn man noch keine Umsätze vorzeigen kann. In Deutschland wollen Viele bereits erzielte Ergebnisse sehen.

 

 

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