Gamification im Bereich Golf

„Wir kombinieren die echte mit der virtuellen Welt“

Wie Topgolf das traditionelle Golfspiel mit moderner Technologie verbindet, berichtet Phillip Fu, CTO bei Greenreb, die als Lizenznehmer des Unternehmens eine Anlage in Oberhausen betreiben, im Interview.

Phillip Fu

Phillip Fu: „Unsere speziellen Golfbälle sind mit Chips ausgestattet, die es unserem System in Verbindungen mit den Toptracer Hochgeschwindigkeitskameras erlauben, sowohl Höhe als auch Geschwindigkeit und Schlagweite zu messen.“

MOB: Herr Fu, man kennt das Golfspielen als klassischen Sport im Freien. Das Unternehmen nutzt jedoch Gamification – wie kamen Sie auf die Idee und wie funktioniert das genau?
Phillip Fu: Unser Konzept haben wir bereits in vielen Ländern etabliert. Unsere Anlage in Oberhausen ist jedoch die erste ihrer Art in Europa. Im Grunde vereinen wir mit unserem Konzept zwei Welten: das traditionelle Golfen und die Vorteile moderner Technologien. Dank Gamification entsteht ein völlig neues Spielerlebnis, das Golf für alle zugänglich macht und durch spielerische Elemente für viel Spaß und Entertainment sorgt – und auch der Wettkampf kommt nicht zu kurz. Dafür kombinieren wir die echte mit der virtuellen Welt.

Die Bälle und unsere Anlage sind mit höchst leistungsfähigen Technologien ausgestattet, die sowohl die Flugbahn der Bälle als auch den Spielverlauf in Echtzeit verfolgen und auf Monitore übertragen. Auf diese Weise können unsere Gäste zwischen verschiedenen Spielmodi wählen. Gamification lebt vom Erlebnis der Nutzer, das unkompliziert, unterhaltsam und spielerisch sein sollte.

MOB: Welche technischen Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden?
Fu: Unsere speziellen Golfbälle sind mit Chips ausgestattet, die es unserem System in Verbindungen mit den Toptracer Hochgeschwindigkeitskameras erlauben, sowohl Höhe als auch Geschwindigkeit und Schlagweite zu messen. Die Software ordnet jeden Ball präzise einem Spieler zu und visualisiert den Schlag auf den Monitoren in der Bay, wie die Abschlagplätze heißen. Die Informationen von etwa einer halben Million pro Woche geschlagener Bälle und die Datenlast von über 1.000 Sensoren sind natürlich ebenso wie die sehr rechenintensive Technik zur Visualisierung auf eine extrem robuste und moderne Infrastruktur angewiesen. Die dafür benötigte Prozessorleistung liefern IT-Lösungen von Dell Technologies.

MOB: Mit welchen Lösungen setzt das Unternehmen Gamification in seinen Anlagen konkret um? Was erwartet die Spieler?
Fu: Auf der technologischen Seite setzen wir auf eine hyperkonvergente HCI-Lösung in Verbindung mit Thin Clients und VMware-Virtualisierungssoftware. Damit entsteht sowohl eine robuste Infrastruktur als auch die notwendige Prozessorleistung für die grafikintensive Virtualisierung.

Das breite Angebot an Spielen auf jedem Niveau richtet sich sowohl an Golfanfänger und Familien als auch an erfahrene Golfer. Während es beispielsweise bei Angry Birds um die Jagd nach Punkten und Sternen geht, muss man bei dem etwas anspruchsvolleren Quick9-Modus den Zielen mit jeweils drei Schlägen so nah wie möglich kommen. Aber auch das klassische Golfspiel steht selbstverständlich zur Auswahl, wobei die Spieler virtuell auf den bekanntesten Golfplätzen der Welt spielen können.

MOB: Wie ist die Resonanz der Gäste, wie bewerten sie Golf als Gamification-Erlebnis?
Fu: Das Konzept ist ein voller Erfolg, und das Feedback unserer Gäste entsprechend positiv. Dank Gamification wird Golf zum Spiel für alle Altersstufen und Gruppen – Familie, Freunde, Arbeitskollegen oder auch in der Liga. Wir erweitern das Golfspiel und bringen es auch den Personen nahe, die bisher keine Berührungspunkte hatten oder von den Einstiegshürden auf einem klassischen Golfplatz abgeschreckt wurden.

Bildquelle: Topgolf

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