Mobilfunk- und Wlan-Strahlung

„Wir nehmen alle Bedenken ernst“

Wie sich Nutzer effektiv schützen können, wenn sie sich in öffentliche Wlan-Netze einloggen, erklärt Dirk Wende, Pressesprecher der Deutschen Telekom AG, im Interview mit MOBILE BUSINESS.

Dirk Wende, Pressesprecher der Deutschen Telekom AG

Telekom-Pressesprecher Dirk Wende empfiehlt, bei Mobile Banking einen VPN-Tunnel zu benutzen.

MOB: Herr Wende, worin bestehen die Vorteile und Möglichkeiten einer öffentlichen Vernetzung per Wlan und Hotspots – vor allem für die Bürger?
Dirk Wende:
Wir versorgen bereits heute über den Mobilfunkstandard 4G/LTE rund 98 Prozent der Bevölkerung mit schnellem, mobilem Internet. Die aktuellen Mobilfunkverträge verfügen alle über hohe Datenvolumina für die Nutzung des mobilen Internets, von Streaming-Angeboten oder Social-Media-Diensten. Diese werden ergänzt durch Services wie Streamon, die die Nutzung zahlreicher Streaming-Partnerdienste (Music, Video, Social, Chat, Gaming) ermöglichen, ohne auf das Datenvolumen des Tarifs zuzugreifen. Aber es gibt auch noch Kunden, die über ältere Verträge mit geringeren Datenvolumina oder reiner Sprachtelefonie verfügen. Sofern das genutzte Gerät wlan-fähig ist, lassen sich über ein zur Verfügung gestelltes Wlan-Netz Internet, Streaming- oder Social-Media-Dienste (teils kostenfrei) nutzen und so das eigene Datenvolumen schonen.

Mit Blick auf die Medieninformation zu den Lindner-Hotels (die Deutsche Telekom hat hier schnelles Wlan realisiert, Anm. d. Red.): Eine kostenfreie und stabile Wlan-Versorgung werden heute von Reisenden erwartet und bestimmen neben Preis und Lage über die Buchung eines Hotels. Weitere Services lassen sich über das Wlan abbilden. Hier lässt sich also ein Wettbewerbsvorteil erzielen.

MOB: Im Rahmen einer Eco-Umfrage gaben 44,9 Prozent der Befragten an, öffentliche Wlan-Hotspots im Ausland eindeutig häufiger oder eher häufiger zu nutzen als in Deutschland. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Wende:
Das lässt sich schwer sagen, ohne die Umfrage zu kennen. Handelt es sich um das EU-Ausland oder andere Teile der Welt? In den Ländern der EU sowie in Norwegen, Island, Liechtenstein sowie der Schweiz können unsere Kunden ihren Tarif – und damit das enthaltene Datenvolumen – wie zuhause nutzen. In außereuropäischen Ländern stellen Wlan-Netze mitunter eine preisgünstige Alternative für die mobile Kommunikation (Sprache wie Daten) dar.

MOB: Was sind Bremsfaktoren für die Bereitstellung öffentlicher Wlan-Netze? Welche Rolle spielen hier etwa Netzsperren, Störerhaftung, Kosten...?
Wende:
Was verstehen Sie unter einem öffentlichen Wlan-Netz? Die Versorgung eines Hotels, Restaurants, Supermarktes, Flughafens, Messegeländes bzw. einer Event-Location oder eines öffentlichen Platzes (z.B. Markt/Park) durch eine Kommune? Ein entscheidender Faktor dürften je nach Größe, räumlicher und baulicher Gegebenheit die Kosten für Aufbau und Betrieb des Wlan-Netzwerks sein. Laut BGH-Urteil aus dem Juli 2018 – das das seit 2017 geltende Telemediengesetz bestätigt – gibt es keine Störerhaftung für öffentliche Wlan-Netze mehr.

MOB: Mit welchen generellen Herausforderungen und welchem zeitlichen, finanziellen und personellen Aufwand ist die Realisierung eines öffentlichen Wlan-Spots für den jeweiligen Betreiber (z.B. Kommune, Café, Bücherei...) verbunden?
Wende:
Das ist ganz individuell und hängt ansprechend der zu versorgenden Fläche vom Produkt ab.

MOB: Welche konkreten Gefahren birgt ein öffentliches Netz für die Bürger?
Wende:
Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei sensiblen Anwendungen wie Mobile Banking einen VPN-Tunnel zu verwenden.

MOB: Immer neue Studien sollen die Gesundheitsgefahren, die von Mobilfunk- und eben auch Wlan-Strahlung ausgehen, untermauern. Wie schätzen Sie die Lage ein?
Wende:
Wir nehmen alle Bedenken in der Bevölkerung ernst. Mit unseren Diensten und Services halten wir sämtliche Grenzwerte ein und unterschreiten diese zum Teil deutlich. Dennoch können wir die in Teilen der Bevölkerung vorherrschenden Sorgen verstehen und versuchen, die Ängste durch intensiven Dialog mit den besorgten Bürgern zu nehmen.

MOB: Wie können sich Nutzer effektiv schützen, wenn sie sich mit ihren Mobilgeräten in öffentliche Wlan-Netzwerke einloggen? Worauf sollten sie achten?
Wende:
Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei sensiblen Anwendungen wie Mobile Banking einen VPN-Tunnel zu verwenden. Darüber hinaus ist der Besuch von sicheren Seiten (zu erkennen an https) zu empfehlen.

MOB: Welchen Einfluss wird 5G zukünftig auf die Wlan-Infrastruktur ausüben?
Wende
: Wlan ist eine komplementäre Technologie. Sie ergänzt das bestehende Mobilfunknetz an Orten, die über den klassischen Mobilfunk nur schwer zu versorgen sind (z.B. Basement eines Kaufhauses, Tiefgaragen, Kellerräume). Insofern wird Wlan auch künftig eine Rolle spielen.

Bildquelle: Telekom

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