Gutes Netz nur in den Toren?

WLAN nur in 8 deutschen Fußballstadien

Ein Test von Sparhandy.de zum Bundesliga-Start 2017/18 hat ergeben: Nur 8 Vereine bieten ihren Fans WLAN-Zugang. Die Ergebnisse im Überblick >>>

Kosten verhindern einen Ausbau des WLAN-Netzes in den deutschen Stadien.

Kosten verhindern einen Ausbau des WLAN-Netzes in den deutschen Stadien.

Gerade einmal acht der 18 Fußball-Bundesligisten bieten den Fans Zugriff auf ein WLAN-Netz an.

  • die Allianz Arena (Bayern)
  • die BayArena (Leverkusen)
  • die Veltins-Arena (Schalke)
  • der Signal-Iduna-Park (Dortmund)
  • und – durch Hotspots von Netcologne – auch das RheinEnergie Stadion in Köln.

Neu dabei 2017/18 sind folgende Stadien mit WLAN für die Fans:

  • Seit Mitte der vergangenen Saison bietet der VfL Wolfsburg in der Volkswagen Arena freies WLAN an.
  • Der HSV stellt im Volksparkstadion ab dieser Saison sämtlichen Besuchern ein kostenfreies WiFi zur Verfügung. Das WLAN-Netz wird in allen Zuschauerbereichen, im gesamten VIP-Bereich und in allen Pressebereichen ausgestrahlt.
  • Und in Mainz gibt es den kabellosen Internetzugang zumindest in allen Gebäuden der Arena.

Alle anderen Vereine sperren sich gegen ein stadionweites WLAN und bieten ein gutes Netz oftmals nur für Medienvertreter, VIP-Gäste oder in der Business-Louge an. Vor allem die Kosten verhindern einen konstanten Ausbau des WLAN-Netzes in den deutschen Stadien.

Bewusste Entscheidung gegen WLAN

Beispiel Weser-Stadion in Bremen: Hier lehnte die Stadtbürgerschaft im vergangenen Jahr den Ausbau eines öffentlichen WLAN-Netzes im Stadion ab. Das Geld sei woanders besser angelegt, urteilte der Wirtschaftsstaatsrat Eckhard Siering. Zwei Millionen Euro würde es kosten, nur damit 40.000 Fans 20 Mal im Jahr Internet haben.

Auch für andere Vereine sind die Kosten zu hoch. Aufsteiger Hannover 96 ließ auf Nachfrage wissen:

Wir haben uns vor einiger Zeit bewusst gegen ein Stadion-WLAN und für die Focierung des Ausbaus des Mobilfunknetzes entschieden. Das hat sich unserer Wahrnehmung nach sehr bewährt und auch als wirtschaftlich vernünftig herausgestellt, sodass es aktuell keine konkreten WLAN-Planungen gibt.

Einzig Pressevertreter erhalten einen WLAN-Zugang in der HDI-Arena. Der Login dafür hängt in den entsprechenden Arbeitsbereichen aus.

Moderne WLAN-Unterhaltungssysteme in Leverkusen

Spitzenreiter in der Bundesliga ist der BVB aus Dortmund, die seit einigen Jahren mit 80.000 Fans jede zweite Woche quasi eine Kleinstadt online bringt. Dabei kooperierte der Verein mit Huawei, die den Ausbau erst ermöglichten.

Auch Leverkusen ist in dieser Hinsicht Vorreiter. Der Verein hat die BayArena von der Telekom zur multimedialen Unterhaltungsarena ausbauen lassen. Die WLAN-Abdeckung ist für alle kostenfrei und eine App für den Zugriff auf Premium-Inhalte (Live-Kommentare, Live-Statistiken, Live-Streams) gibt es auch. „StadiumVision“ nennt sich das System, das Stadien in das neue Zeitalter des Internets integriert. In der Bundesliga ist Bayer 04 der erste und mit dem FC Bayern, dessen Sponsor die Telekom ist, auch der einzige, der dieses WLAN-Unterhaltungssystem anbietet. 350 WLAN-Access-Points hat der Verein in Kooperation mit der Telekom für die ungewöhnlich hohe Netzabdeckung verbauen lassen – auf der Tribüne und anderen Ebenen rund um das Fußballfeld.

LTE in den Stadien

Und wie sieht es mit dem Mobilfunk aus? Hier gibt es erfreuliche Fortschritte. Nahezu alle deutschen Vereine könne mit der Mobilfunk-Abdeckung rein objektiv zufrieden sein. Die Commerzbank-Arena kommt im Check am besten davon. Vor allem Telefonica (O2/E-Plus) kann die Stadien derzeit mit sehr gutem LTE versorgen, wie die Tabelle bei Sparhandy zeigt.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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