Teilzeit und Home Office ermöglichen

Work-Life-Balance: Flexible Arbeitsmodelle

Die Work-Life-Balance ist in aller Munde, auch bei der Dresdener Agentur Queospark. Auf 87 Mitarbeiter kommen dort 39 Kinder. Um Teilzeitmodelle, Home Office und Elterndasein unter einen Hut zu bringen, muss effizient geplant werden, wie Markus Foos, Strategy Director von Queospark, im Interview berichtet.

Markus Foos, Queospark

„Bereits vor Beginn der Elternzeit muss abgeklärt werden, wie der Wiedereinstieg später funktionieren soll", so Markus Foos, Strategy Director und Mitglied der Geschäftsführung bei Queospark.

Herr Foos, 39 Kinder bei 87 Mitarbeitern: Welche Arbeitsmodelle machen das möglich?
Markus Foos:
Starre Modelle funktionieren nicht. Im Moment hängt sich die Debatte in der Agenturbranche zu sehr an Buzzwords (Co-Working, Home Office, Mobile Office etc.) auf. Jede Agentur, jeder Mitarbeiter und auch jede Situation ist verschieden. Die Bedürfnisse, aber auch die Anforderungen des Mitarbeiters sollten Ausgangspunkt für jede Lösung sein. Deshalb halte ich auch nichts von einer unflexiblen Lösung wie „30 Stunden für alle Mütter“. Lieber mit den Mitarbeitern individuell besprechen, wie die Arbeitszeit gestaltet werden soll.

Wie gelingt der Wiedereinstieg nach der Elternzeit?
Foos:
Bereits vor Beginn der Elternzeit muss abgeklärt werden, wie der Wiedereinstieg später funktionieren soll. Möchte der Mitarbeiter zuerst in Teilzeit anfangen – oder doch gleich in Vollzeit einsteigen? Bei uns hat sich der „sanfte Einstieg“ bewährt: Die Wochenarbeitszeit wird im Drei-Monats-Rhythmus um Vier-Stunden-Stufen hochgefahren. So arbeitet man sich von 20 über 24 Stunden bis zur Vollzeitstelle mit 40 Stunden zurück. Dieses Modell ist aber nur ein Angebot – wie sich das dann konkret ausgestaltet, sollte immer mit dem einzelnen Mitarbeiter individuell besprochen werden.

Wie schafft man es, zwischendurch eine kurze Auszeit zu nehmen und dann wieder in den Job einzusteigen?
Foos:
Es sollte möglich sein, eine Auszeit zu nehmen – auch ohne organisiertes Ausstiegsmodell oder etwa das Recht auf ein Sabbatical nach einer bestimmten Zahl von Jahren im Unternehmen. Essentiell ist auch hier die Absprache zwischen Mitarbeiter und Geschäftsführung: Wann ist die beste Zeit, eine Auszeit zu nehmen? Welche wichtigen Termine müssen umgeplant werden? Muss die Auszeit um bestimmte Termine herum geplant werden? Eine unserer Projektleiterinnen hat sich zum Beispiel im vergangenen Sommer zwei Monate Auszeit genommen. Das hat mit entsprechender Vorausplanung reibungslos funktioniert – genauso wie ihre Rückkehr in den Job.

Wie schafft man es, Flexibilität und Effizienz im Job zu vereinen?
Foos:
Flexibilität bedeutet mit sehr verschiedenen Arbeitsmodellen zu jonglieren: Sei es das klassische Teilzeitmodell, oder weniger Stunden am Tag oder weniger Tage die Woche zu arbeiten, oder auch Home-Office-Zeiten. Um effizient zu arbeiten ist Abstimmung das A und O – sowohl zwischen den Mitarbeitern als auch zwischen Mitarbeiter und Geschäftsführung. Wichtig sind konkrete Übergaben, Briefings und penibel gepflegte Kalender – so wissen immer alle, was zu welcher Zeit zu tun ist.

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