„Wir erreichen die Ziele unserer Partner nur, wenn wir das tatsächliche Nutzerverhalten analysieren und daraus Entscheidungen herleiten", so Johannes Heinze.
Herr Heinze, wie funktioniert die Echtzeit Analyse von Marketing-Kampagnen in Form von Anzeigen, die Applovin bietet?
Johannes Heinze: Jede App adressiert eine bestimmte Zielgruppe und integriert Werbeformate, um diese dann zu vermarkten. Unsere Werbetreibenden legen im Vorfeld fest, welche Ziele sie erreichen möchten – etwa ein bestimmter ROI. Sie schicken uns dann die Umsatzdaten, damit wir den Return messen können. Dann legt unser Algorithmus los, kauft Werbung ein, identifiziert die passende Zielgruppe, misst inwieweit die Nutzer die Ziele erreichen und legt auf Basis dessen den richtigen Preispunkt fest. Damit ergibt sich über die Zeit ein stabiles Setup, das sich der Umsatzkurve unserer Partner anpasst.
Anhand der Auswertungen können Unternehmen also gezielt Anzeigen auf Mobilgeräte aussenden. Werden dabei Nutzerdaten/ -informationen berücksichtigt, um zu garantieren, dass die Anzeige auf Interesse stößt?
Heinze: Alle unsere Werbetreibenden sind Performance Advertiser, die nicht auf „esoterische“ Werte wie Brand Awareness sondern auf den tatsächlichen Return-On-Investment optimieren. Dementsprechend erreichen wir die Ziele unserer Partner nur, wenn wir das tatsächliche Nutzerverhalten analysieren und daraus Entscheidungen herleiten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass wir uns auf aggregierte, historische Nutzerinformationen beziehen und uns somit die richtige Zielgruppe isolieren. In anderen Worten: Wir wissen nicht nur, ob die von uns adressierten Konsumenten mit den Apps unserer Werbepartner tatsächlich interagieren, sondern ob sie letzten Endes auch Geld ausgeben und sich somit über einen gegebenen Zeitraum hinweg amortisieren.
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Wie erfolgreiche sind heutige App-Marketing-Kampagnen und wie reagieren Nutzer auf die Werbung?
Heinze: Als Werbeformate setzen sich immer mehr Videos und native Inhalte durch, die tiefer in die App integriert sind und schließlich deutlich besser funktionieren als statische Banner. Die Click- und Installationsraten sind hierbei extrem hoch, da insbesondere Videos es ermöglichen, die Features der App vorzustellen. Die Nutzer sind auch weiterhin an neuen Apps interessiert.
In welchem Bereich sind mobile Werbeformate besonders gewinnbringend? Für welche Produkte eher ungeeignet?
Heinze: Anfänglich waren wir sehr fokussiert auf Spieleentwickler, da jene als erste ernstzunehmende Umsätze durch In-App-Käufe auf Smartphones erzeugten. Heute arbeiten wir mit einem bunten Mix von Werbetreibenden zusammen, da heute in Apps nicht nur „digitale Schwerter“ gekauft, sondern auch Flüge, Kleidung und Essen bestellt werden.
Wie schätzen Sie grundsätzlich das Potential von App-Marketing in Deutschland ein? Und wie wird sich dieses in der nächsten Zeit noch verändern?
Heinze: Unsere Partner sind vielfach global aktiv und erfolgreich, die weitgehend standardisierte Infrastruktur von Apple und Google ermöglicht dies. Dementsprechend ist Deutschland wichtig, doch sind die englischsprachigen sowie einzelne asiatische Märkte für uns weitaus größer und stehen daher mehr im Fokus. Ich sehe aktuell keinen Grund warum sich dies in absehbarer Zeit ändern sollte, da Märkte wie China deutlich mehr Wachstumspotential haben als der weitgehend saturierte deutsche Markt.
Unterscheidet sich Deutschland von den internationalen Werbemärkten?
Heinze: Aus unserer Perspektive nur marginal. Unsere Technologie arbeitet ebenso effizient in Deutschland wie in jedem anderen Land der Welt, das über eine vernünftige mobile Breitband-Abdeckung verfügt. Das ist letzten Endes das Faszinierende an Mobile Ad Tech: es lässt sich in einem globalen Umfeld, eine ungemein effiziente Technologie bauen, die unter Einsatz von relativ überschaubaren Mitteln rasant skaliert.