Die neue App soll im Schadensfall umständliche Wege, viele Medienbrüche und Verzögerungen in der Großbäckerei vermeiden.
Bei Digitalisierungsprojekten gilt es generell, die Steigerung von Geschwindigkeit und Effizienz zu erhöhen – besonders im Handwerk. Nach und nach werden auch hier bereits arbeitende und altbewährte Anwendungen wie Word und Excel hinterfragt, wie sich am Beispiel der Bäckerei Evertzberg zeigt.
Der Betrieb gehört zu den größten Filialbetrieben im Bergischen Land: Ein zentraler Produktionsstandort und über 40 Verkaufsfilialen bilden das Herzstück der Handwerksbäckerei. Als jedoch in einer wichtigen Filiale der Ofen ausfiel, wurde den Verantwortlichen schnell klar, dass die bisherige Bearbeitung von Schadensfällen umständlich, uneinheitlich und deshalb ineffizient und teuer war. Telefonate, E-Mails, Notizzettel, doppelte Nachfragen, die Suche nach Dokumentationen und unübersichtliche Excel-Tabellen waren Teil des Problems.
Eine IT-gestützte Lösung soll zukünftig dafür sorgen, dass Schadensfälle schnell, zentral und ohne Informationsverlust gemanagt werden. Von Maschinenreparaturen über wiederkehrende, notwendige Wartungstermine bis hin zur Frage, welche Parteien in welche Prozesse eingebunden waren, wurde zunächst alles überprüft. Das Nadelöhr war schnell gefunden: der Informationsfluss zwischen einer Filiale mit Schadensfall und den Technikern in der Zentrale. Umständliche Wege, viele Medienbrüche, Verzögerungen und im schlimmsten Fall Umsatzausfälle waren nicht unüblich.
Um dies zu umgehen, wurde nun ein Ticketing- und Inventarsystem entwickelt, das den bestehenden Reparatur- und Wartungsprozess beschleunigen, mindestens eine beteiligte Partei „einsparen“ und gleichzeitig die Transparenz erhöhen soll. In Zusammenarbeit mit der Digitalagentur Webschuppen wurde so eine App entwickelt, die den Technikern Informationen über Schäden und die daraus folgenden Aufgaben in Echtzeit auch auf ihr Tablet oder Smartphone übermittelt. Individuell zugeschnittene Zuweisungsmechanismen und Verknüpfungen von Aufgaben mit Filialen und Inventaren sorgen dafür, dass nur die für dieses Anliegen wichtigen Mitarbeiter einbezogen werden.
Da die App gut angenommen wurde, werden inzwischen nicht mehr nur Schäden erfasst, sondern auch Termine für regelmäßige Wartungs- und Hygienearbeiten. Durch die geplante Verbindung mit IoT-Buttons und smarten Steckdosen könnten mit der App auch die Erstellung von Aufgaben-Tickets auf Kopfdruck realisiert oder Leistungswerte von Geräten automatisiert erfasst werden.
Bildquelle: Evertzberg