Mobile Telematiksoftware für Logistiker

Zustellquote von Frachtsendungen mit Datenerfassungsterminals erhöht

Die Franchise-Organisation GEL Express Logistik nutzt in ihren deutschlandweit rund 70 Partnerunternehmen eine neue Telematiksoftware zur Optimierung der Abläufe in den Bereichen Zustellung und Abholung.

  • GEL setzt die neue Telematiksoftware vor allem im Nahverkehr, in den Shuttleverkehren zwischen den Logistikzentren sowie im Bereich der Linienverkehre ein.

  • „Wir wollten Druck aus der Disposition herausnehmen und unsere Prozessabläufe weiter strukturieren, auch was den Umgang mit Unregelmäßigkeiten angeht“, erklärt GEL-Prokurist Tobias Starosky.

Die Herausforderungen an die neue Telematiklösung waren für GEL vielfältiger Natur: Die Dokumentation von Abholung, Zustellung und Entladung sollte verbessert werden, die Verfügbarkeit von Sendungsdaten in Echtzeit möglich sein sowie die Manipulation von Daten weitgehend verhindert werden. Wurden in den GEL-Depots in der Vergangenheit die Abhol- und Zustellaufträge noch per Rollkarten beleggestützt bearbeitet, so realisiert der Expressdienstleister dies heute über die mobile Lösung „4Mobile Ontour“, mit der die Auftragsübermittlung und Dokumentation von der Abholung bis zur Zustellung vollständig IT-gestützt abläuft.

„Die Zustellquote bezogen auf diejenigen Vorgänge, die in den Depots auch tatsächlich erfasst worden sind, lag vor der Einführung der neuen Lösung im Bereich zwischen 80 und 90 Prozent“, sagt Tobias Starosky, Prokurist und Leiter Finanzen bei der GEL Express Logistik. „Heute liegen wir bei 96 bis 97 Prozent – diese Zustellquote ist der eines Expressdienstleisters mittlerweile auch würdig.“

Unterstützt wurde das Logistikunternehmen vom IT-Anbieter ICS, der neben der Telematiksoftware auch die industrietauglichen mobilen Endgeräte geliefert und darüber hinaus zusätzliche Leistungen wie Service und Support übernommen hat. „Die Entscheidung für das  IT-Systemhaus trafen wir aufgrund des offenen Systems sowie der Herstellerunabhängigkeit in Bezug auf die eingesetzten Komponenten“, sagt Tobias Starosky. Außerdem lege GEL sehr großen Wert auf Sicherheit bei einer eventuellen Beschädigung der Hardware – dieser Aspekt sei erfüllt, da ein Ersatzgerät direkt konfiguriert an das Depot geliefert wird.

Anbindung über Webportal

„Der Nutzen der mobilen Telematiklösung und vor allem der Echtzeitscannung liegt in erster Linie in unseren Depots“, berichtet Projektleiter Michael Schmitz, IT-Leiter bei GEL Express Logistik. „Denn der Fahrer übernimmt heute eine ganze Reihe von Tätigkeiten, die in der Vergangenheit der Disponent ausführen musste – und dieser profitiert von einer Zeit- und damit Arbeitsentlastung.“ Vor allem Prozessabläufe im Eingang der Depots sowie im Versandbereich wurden durch die Lösung laut Schmitz verschlankt.

Heute sind 65 Partner mit der neuen Telematiksoftware ausgestattet, lediglich 15 davon arbeiten derzeit noch mit Fremdlösungen über Schnittstellen. Eingesetzt werden rund 310 Geräte vom Typ M3 des Herstellers Mobile Compia. Einige GEL-Depots arbeiten außerdem bereits mit dem vom Systemhaus entwickelten Webportal. In dieses können sich Mitarbeiter aus diesen Depots einloggen, jeweils ihre Depotfahrzeuge auf der Karte sehen und damit eine Ortung vornehmen. Zudem erhalten sie Transparenz über die aktuelle Tätigkeit beziehungsweise Auskunft darüber, welche Pakete wann und wo geliefert wurden. „Unsere Systempartner sagen aus, dass die Anzahl der telefonischen Sendungsnachfragen in der letzten Zeit stark zurückgegangen ist“, so GEL-Prokurist Starosky. „Die Nutzung unseres Webportals hat dagegen schon jetzt zugenommen und wird dies in Zukunft mit Sicherheit weiter tun.“

Durch die Fahrzeugortung und Navigation ist es mit der neuen Lösung möglich, sämtliche relevanten Informationen zur gefahrenen Strecke sowohl dem Fahrer als auch dem Disponenten zu jedem gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Zudem bringt die Software eine Funktion mit sich, um Farbfotos zu erstellen. Denn da die GEL-Ware oft sehr empfindlich ist, müssen sämtliche Beschädigungen bestmöglich dokumentiert werden. Vor allem die Transporte auf der so genannten letzten Meile (der „letzte“ Transport zur Haustür des Kunden) sollen so mit all ihren Unregelmäßigkeiten transparent gestaltet werden können.

„Außerdem stellen wir einen Trend in Richtung einer immer stärkeren Visualisierung von Informationen fest – das bedeutet für uns, dass wir darauf reagieren müssen, dass immer mehr Verlader auch ihre abhollogistischen Prozesse lückenlos dokumentieren möchten.“ So liege der Anteil der Retourenlogistik bereits heute bei rund 17 Prozent – Tendenz weiter steigend. Mit der neuen Lösung habe man jetzt ein Instrument zur Hand, mit dessen Hilfe man auch solche veränderten Prozessabläufe managen könne. Laut Anbieter könne die Datenkommunikation weiter verbessert werden, wenn die Datentarife deutschlandweit optimiert werden. Heute seien diese oft noch zu teuer und damit unattraktiv für eine Vielzahl potentieller Anwender.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Mit der Einführung der Telematiksoftware sieht sich GEL noch nicht am Ende der Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten angekommen. „Mit dem System verfügen wir über eine Cockpit-Funktionalität, die uns in Zukunft ein proaktives Kundenmanagement ermöglichen soll“, blickt GEL-Prokurist Tobias Starosky einen Schritt voraus. Weitere Themen, die in den kommenden Monaten und Jahren eine wichtige Rolle für GEL spielen werden, sind etwa ein Ausbau des so genannten Geofencings zur Vorausberechnung, wann eine Sendung beim Empfänger eintrifft oder die Konsolidierung unterschiedlicher Sendungen zu verschiedenen Empfängern auf der letzten Meile.

 

GEL Logistik Express GmbH

Die GEL Logistik Express GmbH ist eine Expressfrachtkooperation mit Hauptsitz in Willich. Rund 70 GEL-Partner transportieren in erster Linie höhergewichtige und sperrige Sendungen bis zu einem maximalen Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen sowie leicht zerbrechliche oder besonders individuell zu behandelnde Sendungen.

Insgesamt 1.500 Mitarbeiter sind deutschlandweit für GEL tätig. Der Logistiker unterhält 850 Standorte im In- und Ausland sowie vier Logistikcenter mit einer Gesamtumschlagsfläche von rund 9.000 Quadratmetern. Etwa 1,6 Mio. Sendungen mit einem Gesamtvolumen von 97.000 Tonnen werden pro Jahr durch das GEL-System befördert, hierzu kommen allein in Deutschland mehr als 600 Fahrzeuge zum Einsatz.

www.gel-express.de

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